Kampf dem Plastikmüll: Autonome Unterwasserroboter werden im Hamburger Hafen getestet

SeaClear Projekt-Tests

Kampf dem Plastikmüll: Autonome Unterwasserroboter werden im Hamburger Hafen getestet

Hamburg, 11.05.2022 – Die acht Partner Hamburg Port Authority (HPA), das Fraunhofer-Center für Maritime Logistik und Dienstleistungen, die Technische Universität Delft, die regionale Entwicklungsgesellschaft Dubrovnik (DUNEA), SUBSEA TECH SAS, die Technische Universität Cluj-Napoca, die Technische Universität München und die Universität von Dubrovnik arbeiten im Rahmen des EU-geförderten Projektes SeaClear (www.seaclear-project.eu) an der Entwicklung eines autonomen Systems, um den Meeresboden zu reinigen.

Das SeaClear-System besteht aus einem autonomen Schiff mit zwei Unterwasserrobotern, die Abfall unter Wasser identifizieren und sammeln. Auf dem ITS Congress 2021 wurde das System, dessen Einzelkomponenten von verschiedenen Projektpartnern seit Januar 2020 entwickelt werden, vorgestellt. Nun werden die Einzelkomponenten erstmals zusammengeführt und die Prozesse im Rahmen einer Testkampagne unter Realbedingungen erprobt. Als Testgebiet fungiert das Areal des Hansahafens im Hamburger Hafen.

Ideale Bedingungen für Tests im Hamburger Hafen

„Obgleich wir in Hamburg nicht die Herausforderung haben, große Mengen Plastikmüll aus der Elbe bergen zu müssen, bietet der Hafen doch ideale Bedingungen für die Tests des SeaClear-Systems. Das trübe Wasser der Elbe, die Tideströmungen und auch der Schiffsverkehr stellen besondere Herausforderungen für das System dar. Für uns sind diese Tests zudem wichtige Erfahrungen beim Einsatz von autonomen Systemen“, sagt Jens Meier, CEO der Hamburg Port Authority.

„Wir freuen uns, das System erstmalig im Hamburger Hafen zu testen“, sagt Carlos Jahn, Leiter des Fraunhofer-Centers für Maritime Logistik und Dienstleistungen. „Die Ergebnisse der einwöchigen Testläufe werden unsere Entwicklungen im Bereich der Systemintegration im weiteren Projektverlauf vorantreiben.“

Im Zuge der Tests werden unter anderem präparierte Proben von Müllpartikeln an den Gewässergrund abgelassen. Die Aufgabe des kleinen Tauchroboters ist die Erfassung und Markierung der Funde in der zuvor erstellten Umgebungskarte.

Testflächen und Demonstrationszeitraum

In der Woche vom 09.-13.05.2022 war der Betriebshafen Lübecker Ufer Testgebiet für eine Kampagne des Forschungsprojektes SeaClear. Nach fast 2,5 Jahren Entwicklungszeit wurde das System erstmalig im Hamburger Hafen zu Wasser gelassen. Ziel war die Erprobung von wichtigen Funktionen wie die autonome und ferngesteuerte Navigation, Kartierung des Gewässergrundes, Erfassung von Müllproben unter Wasser und aus der Luft, die Annäherung der Tauchroboter an den Sammelkorb unter Wasser und einiges mehr. Die Tests sind insgesamt sehr vielversprechend, aber auch erkenntnisreich verlaufen. Das Projekt hat zudem großes Interesse auf Seiten der Medien geweckt, so dass im Zuge der Testkampagne auch eine Pressekonferenz inkl. Vorführung stattgefunden hat.

Im SeaClear Projekt geht es um die Suche und Sammlung von Müllpartikeln am Gewässergrund mit einem Team von autonomen Drohnen. Hierzu gehören das unbemannte Boot „SeaCat“, sowie zwei Unterwasserdrohnen, die „Mini-Tortuga“ zur Erkundung und die „Tortuga“, die mit einem Greifer ausgestattet ist. Potenzielle Müllfunde werden mit der Tortuga eingesammelt und in den Korb verbracht. Das System wird von einer Flugdrohne komplettiert, die die Suche nach Müll aus der Luft unterstützt.

Wertvolle Tests unter realen Bedingungen sind ein wichtiger Schritt vom Prototypen hin zur funktionierenden Anwendung. Auch interessiert an einer Partnerschaft? Werde über unser Kontaktformular ganz einfach Teil einer stetig wachsenden Community in der maritimen Branche.

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